Die Provence und ihre Romanisierung
9. Dezember 2009Die Römer sind zur bzw. in die Provence vorgestoßen. Das hatte unterschiedliche Gründe. Einer davon war, dass Rom begonnen hatte über Italien hinaus seinen Einfluss auszubreiten. Dadurch kam es zwangsläufig zu einer Konfrontation mit der damaligen größten Handelsmacht Karthago. Vom Jahr 264 bis zum Jahr 241 v. Chr. hielt der erste Punische Krieg an. Hierbei bekriegten sich die beiden Großmächte. Entbrannt ist der damalige Konflikt durch einen Streit um Sizilien. Hier gründeten die Sieger, die Römer, ihre erste Provinz.
Rom schloss eine Allianz mit der Stadt Sagunt und eröffnet damit den zweiten Punischen Krieg. Dieser hielt vom Jahr 218 bis zum Jahr 202 an. In diesen Jahren wurde Massalia zum treuen Bündnispartner von Rom. Schon ein Jahr nach dem Beginn des Krieges besiegte die Flotte der Massalia die Seestreitmacht von den Karthager. Als karthagischer Freiherr war Hannibal bei seiner Fahrt nach Italien quasi gezwungen das viel zu starke Massalia zu umschiffen.
Der Konsul Lucius Baebius ist nach Beendigung des Punischen Krieges zusammen mit seinem Heereszug überfallen worden und vernichtet worden. Schon bald geriet die Küstenstadt selbst unter Druck, dessen Bewohner dann die Römer freundlich um Hilfe baten. Dies geschah im Jahre 181 v. Chr. Die Römer wehrten sich erfolgreich und wurden erneut circa sechzig Jahre später um Hilfe gebeten. Diesem Hilferuf konnte Rom mit mehreren Militäraktionen nachkommen, die aufeinander folgten.
Im Jahre 125 v. Chr. wurde der Konsul Marcus Fulvius Flaccus vom Senat beauftragt Massilia zu unterstützen und sie gegen die Plünderungen durch die Salluvier zu schützen. Der Konsul Flaccus eroberte durch diesen Auftrag weite Landesteile und lies sich dafür nach seiner Rückkehr in Rom feiern.
Eingerichtet wurde die Provinz mit dem Namen Gallia ulterior in Norditalien im Jahre 121 v. Chr. Der Name Gallia ulterior bedeutet soviel wie „das entfernte Gallien“ gegenüber dem so genannten näheren mit dem Namen „Gallia citerior“. Die Provinz Gallia ulterior wurde dann später umbenannt in Gallia Narbonensis. Zur Hauptstadt ist dann als erstes die Stadt Aquae Sextiae geworden und etwas später dann jedoch Colonia Narbo Martius. Außerdem verlängerte man die Via Aurelia durch die Via Domitia, um Italien über einen Landweg mit dem nahe liegenden Spanien zu erreichen.
Die Römer nutzen die darauf folgenden etwa 100 Jahre zur Sicherung des Besitzes. Schon bald trat wieder ein Gegner auf, ein neuer. Die beiden Germanenvölker, das eine der Kimbern und das der Teutonen, rückten südwärts im Rhônetal vor. Im Herbst des Jahres 105 v. Chr. erlitt die Armee der Römer bei Aurasio (das heutige Orange) eine große Niederlage als sie sich gegen die Kimbern wehrten. In Spanien erst konnten sie diese Germanen dann aufhalten. Zwischenzeitlich war das Teutonenvolk in das Rhônedelta ein.
Es war derzeit ermöglicht worden eine große Streitmacht aufzustellen, mit der die Germanen letztendlich in einer großen Schlacht südöstlich in Aquae Sextiae besiegt wurden. In den darauffolgenden Jahren kam es immer wieder zu Aufständen des Gallier-Volkes. Diese wurden jedes Mal durch die Römer ohne Rücksicht niedergeschlagen.
Die Eroberung in Gallien begann Caesar als der Prokonsul 58 v. Chr. und nutze die Narbonensis als Ausgangsbasis. Das Keltentum war endgüktig gezwungen, was sich durch die Niederlage der vorherigen Erhebung unter Arvenerfürst Vercingetorix entwickelte. Fast ein halbes Jahr musste Caesar darauf verwenden, um den Widerstand durch die Hafenstadt zu durchbrechen. Hier kämpfte er gegen seinen vorherigen Mitstreiter Pompeius. Dieser hatte in Rom zum alleinigen Herrscher aufsteigen können. Am Ende wurde dann die Massilia erobert sowie die Flotte der Massilia ausgelöscht.